Modulbeschreibungen Gestaltungsgrundlagen
Auf dieser Seite finden Sie die Modulbeschreibungen folgender Module
1. Studienabschnitt
- 1.011 Grundlagen Farbe und Form
- 1.012 Grundlagen Fläche und Struktur
- 1.013 Grundlagen Körper
- 1.021 Grundlagen der handwerklichen Darstellung
- 1.022 Grundlagen der digitalen Darstellung
- 1.023 Fachtechnische Grundlagen
1.011 Grundlagen Farbe und Form
Studienabschnitt 1. St.ab.
Modul 1.0 Gestaltungsgrundlagen
Fächergruppe 1.01 Künstlerische Grundlagen
Credits 6
Fachordnung Wahlpflichtfach
Veranstaltungssprache deutsch
Lehrender Michael Bette
Lehrangebot 1 – Farbe:
Fachbeschreibung
Der Kurs vermittelt elementare Wahrnehmungsphänomene und Ordnungssysteme von Farbe.
Die Gesetzmäßigkeiten des Wahrnehmungsvorganges von Farbe bilden Bedingungen jeder gestalterischen Handlung, Gestaltung bedeutet in jedem Fall Auseinandersetzung mit diesen Bedingungen. Das trifft auf spontane intuitiv gesehene Gestaltungsvorgänge ebenso wie auf solche mehr planerischer, konstruktiver Art.
Farbe ist verbunden mit allen Dingen. Jedes Objekt, ob auf natürliche Weise entstanden oder künstlich geschaffen, hat neben anderen spezifischen Eigenschaften eine Farbe, die bunt, schwarz oder weiß sein kann.
Unter diesem unbegrenzten Spektrum berücksichtigt der Kurs, dass Farbenlehren versuchen, allgemeine und übergreifende Wahrheiten zu formulieren. Der Kurs vermeidet, dass Farbenlehren direkt und systematisch im Design zum Ausdruck kommen, um nicht Resultate pädagogischer Illustration hervorzubringen, anstelle von Gestaltung im Sinne eines sich stets verändernden Kulturprozesses.
Lernziel
Die Studierenden sollen die Komplexität von Farbe in designrelevanten Erscheinungsformen aufschlüsseln und begründen können. Dazu gehören:
- Erfahrungen über den kulturgeschichtlichen Wertewandel von Farben
- Kunstgeschichtliche Exkurse, Farbe als Symbol und Zeichen zu deuten
- Unbewusste Deutungen und Bewertungen von Farbe zu erkennen, sinnliche Wirkungen von Farben einzusehen
- Farbe als bildnerisches Mittel
Die Verbindung von Rationalität und Emotion ist das emanzipatorische Lernziel.
Lehrinhalte
Licht: Schwingungen, Lichtquellen, Ausbreitung des Lichtes, transparente Stoffe, lichtundurchlässige Stoffe und Lichtstreuung
Farbe: Farbspektrum, additive Mischung von farbigem Licht, subtraktive Farbentstehung
Erscheinungsweisen der Farben:
- farbige Oberflächen
- Pigmente, Farbstoffe
- Farbe durch Lichtstreuung
- Interferenzfarben
- farbiges Licht
- Farben von lichtdurchlässigen Stoffen
Praktische Übungen:
- Herstellung von Farbkarten, Bildformen, Objekten, Installationen
- Material: Pigmente, Binder
- Farben, die im Auge entstehen:
- optische Mischung von kleinen Flächen
- positive, negative Nachbilder
- simultane Wechselwirkungen von Farben
Unterscheidung und Ordnung der Farben:
- Kontraste
- Raumfarben
- Ordnung der reinen Buntfarben und der unbunten Farben
- Normfarben
- Goethe, Itten, Josef Albers
Methode
Der Kurs erstreckt sich über ein Semester mit 6 Wochenstunden. Die Lehrveranstaltungen gliedern sich in Informationen, Vorstellung des jeweiligen Arbeitsgebietes, Vorlesung, Referate der Studierenden. Nach Notwendigkeit finden Exkursionen statt. Die diskursive Gesprächsform fördert die Arbeitsergebnisse.
Evaluation
Die Bewertung berücksichtigt die Teilergebnisse aus den Übungen, das Ergebnis der erarbeiteten Semesterarbeiten und die Präsentation. Die Arbeitsergebnisse werden im Anschluss an die Präsentation in der Gruppe besprochen.
Lehrangebot 2 – Form:
Fachbeschreibung
Der Kurs dient der Vertiefung der Ausdruckskapazität von Studierenden des Kommunikations-, Produkt- und des Interfacedesign.
In der Auseinandersetzung mit den so genannten primitiven Kulturen Ozeaniens und Afrikas im Völkerkundemuseum Berlin-Dahlem, ihren zweifelsfrei ursprünglichen Ausdrucksformen, ihren für Europäer tabuisierten Manifestationen des kulturellen Ausdrucks erfahren die Studierenden eine Konfrontation mit den Energien des Unterbewusstseins in archaischer Ausdrucksform, die sich in Rhythmik , Expressivität, Abstraktion und Organik darbietet – Gegenpole zu Zahl, Maß und Proportion der graecolatinischen Welt, die unsere Kultur Jahrhunderte lang prägte. Nach dem Verlust des eurozentrischen Weltbildes gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Begegnung mit den Kräften der primitiven Kultur wesentlicher Teil der kulturellen Orientierung in zunehmend technisierter und damit entfremdeter Kultur.
Lernziel
Nicht Fluchtbewegung oder sentimentale Hinwendung zu ethnischen Orientierungen untergegangener Kulturen sind Ziel der zeichnerischen wie malerischen Übungen. Nicht das Abbild von Figurationen wird angestrebt, sondern das Wecken von archetypischen Innbildern (C.G. Jung) vitaler und monumentaler Art, Anverwandlung der eigenen zu weckenden Ausdrucksfähigkeiten im Sinne von Reduktion, Vitalisierung, Rhythmik, Expressionen und Organik und des körperlich gestalterischen Einsatzes bei bildnerischen Übungen.
Lehrinhalte
Ethnologische, religiöse und soziologische Bedingungen der außereuropäischen Kultur speziell Ozeanien und Zentralafrika. Museumskunde, Aufbau der Sammlung, Präsentationsformen, zeichnerische und malerische Übungen unter Gesichtspunkten von Dynamik, Expression, Reduktion, Monumentalität, Gestik und körperlicher Einsatz, Rhythmik und Organik. Plastizität und Fläche, Volumen, Naturfarben, Erdpigmente, Anverwandlung des Abbildes zu eigener Ausdrucksform, Paraphrasen.
Methode
Der Kurs erstreckt sich über ein Semester mit 6 Wochenstunden. Die Lehrveranstaltungen beinhalten die theoretische Einführung durch Vorlesungen, Aufgabenerläuterung, Einzelberatung und Diskussionen in der Gruppe aller Ergebnisse.
Evaluation
Bewertet wird die Wahrnehmung des organischen, rhythmischen, expressionistischen, dynamischen Ausdrucks, der angemessenen Reduktion, die Anverwandlung zum selbständigen Arbeitsergebnis.
1.012 Grundlagen Fläche und Struktur
Studienabschnitt 1. St.ab.
Modul 1.0 Gestaltungsgrundlagen
Fächergruppe 1.01 Künstlerische Grundlagen
Credits 6
Fachordnung Wahlpflichtfach
Veranstaltungssprache deutsch
Lehrende Prof. Angelika Margull
Fachbeschreibung
Das Fach ist Basiserfahrung im Bereich des elementaren Gestaltens. Es werden Grunderfahrungen vermittelt, die Voraussetzungen schaffen sollen für die Weiterführung sowohl in den Grundlagen des Kommunikations-, Produkt- als auch des Interfacedesign; diese Grundlagenarbeit soll als Vorbereitung und Unterstützung für die fachbezogenen Inhalte des Design dienen. Das beinhaltet theoretischen Background und praktische Umsetzung von Grundwissen in vielfältigen Übungen. Als weiteres zentrales Anliegen soll ein Prozess der Sensibilisierung, der gesteigerten und differenzierten Wahrnehmung eingeleitet werden. Hier gilt die alte Erkenntnis: Man schaut ein Ding kaum jemals so intensiv an, wie dann wenn man es zeichnet. Die Studierenden sind weiterhin aufgefordert, sich nicht nur mit den fachbezogenen Fragen zu beschäftigen, sondern als Stütze und Anregung der eigenen Kreativität Bereiche kultur- und kunstbezogener Thematiken nutzen zu lernen.
Lernziel
Die Studierenden sollen in den aufeinanderfolgenden, einander bedingenden Schritten des Unterrichts in Form eines Seminars in der Lage sein, selbständig Erkenntnisse umzusetzen, thematisch zu bearbeiten und zu variieren, Anwendungsmöglichkeiten aus anderen Medien zu überprüfen und gegebenenfalls auch fähig sein, diese mit anderen Medien umzusetzen. Dabei wird vor allem Wert auf Authentizität gelegt, auf den Wunsch und den Impuls, eine eigene Bildsprache zu erproben und sie selbstbewusst zu vertreten. Die einzelnen Themen, die sich aus den Lehrinhalten jeweils ergeben, werden autonom behandelt, so dass diese Prozesse der Ideenfindung, der Planung, der Erarbeitung nicht nur dokumentiert werden sollen, sondern in die zu erarbeitende Semesterarbeit wertig integriert. Bei jedem Schritt wird in Präsentationen ein Diskurs über den jeweiligen Stand der Dinge geführt.
Lehrinhalte
Einblicke in die Gesetzmäßigkeiten der Visuellen Gestaltung in Theorie und Praxis:
- Figur – Grund
- Gruppen
- Ordnungen
- Richtungen
- Präferenzen
- Grenzen der Unterscheidung
- Kontraste
- Gegensätze
Fragen zur Organisation des Bildraumes:
- Inhalt und Form/Form und Gestalt
- Reduzierung und das Substantielle
- Vom Einfachen zum Komplexen und umgekehrt
- Wege in die Abstraktion
- Funktionen: Abstrahieren, Projizieren, Überprüfen, Korrigieren
- Konzeption/Komposition
- Gestalterische Zwecke und Wirkungsabsicht
- Komplexität von Funktionszusammenhängen
Wesen, Funktion und Anwendung der Zeichnung/Theorie und Praxis:
- in den traditionellen, den zeitgenössischen Techniken
- als zeichnerische Formulierung
- als Notiz eines optischen Phänomens
- in der Spontanität des Erfassens und der Genauigkeit der Untersuchung
- Zeichnen als optische Notiz und reflektierte Beobachtung
- Zeichnen als Denkprozess: Planen Entwerfen Imaginieren
- für das Erkennen, Auswählen, vorwegnehmendes Planen, Beurteilen
- als Werkprozess und künstlerische Arbeitsform
- als Versuchsfeld und Entwicklungsinstrument
- als Vehikel für Information und Idee
- als spannungsvolle, pointierte und persönliche Sprache
Methode
Der Kurs funktioniert in aufeinander folgenden Einheiten, es handelt sich um eine Planung in Hinblick auf eine zu erarbeitende Semesteraufgabe. Diese Aufgabe wird sowohl mündlich als auch schriftlich rechtzeitig formuliert. Jeder Schritt in der Planung wird begleitet von der Vermittlung zentraler Fragen der Visuellen Wahrnehmung, das geschieht mittels Vorlesungen, jedoch auch in Gruppengesprächen. Die Ergebnisse aus den einzelnen Zwischenschritten werden als eigenständige Gestaltungsaufgabe gewertet und sind zusammen mit der Semesteraufgabe Basis für die Notengebung. Von Anfang an wird in den Gruppen bei gleichem Thema eine Binnendifferenzierung abgestrebt. Dabei soll vor allem gewährleistet werden, dass eine gezielte Förderung der individuellen, Persönlichkeit bezogenen Fähigkeiten geleistet wird. Dieses Vorgehen wird immer wieder differenziert vermittelt und mit Bespielen von Arbeiten von Studierenden vergangener Semester erklärt. Diese vergleichende Methode soll das Bewusstsein für die eigenen Stärken und Schwächen schulen. Es soll auch die Bereitschaft wecken, aus einer geklärten, weil distanzierten Sicht, seine eigenen Leistungen mit den Leistungen anderer zu vergleichen. Wichtig ist, dass ein solches Vorgehen als Klärung und Anregung kennen gelernt wird, denn dieses ist für eine praktizierte Teamarbeit unerlässlich, ohne sofort in Konkurrenzdruck zu geraten.
- Vorlesung
- Diskurs
- Korrektur
- Projektarbeit
Evaluation
Die Beurteilung berücksichtigt die Teilergebnisse aus den Seminaren und das Ergebnis der Semesteraufgabe. Anlässlich der Präsentation der Semesteraufgabe wird eine detaillierte Beschreibung der begleitenden Schritte erwartet und in die Notengebung einbezogen.
1.013 Grundlagen Körper
Studienabschnitt 1. St.ab.
Modul 1.0 Gestaltungsgrundlagen
Fächergruppe 1.01 Künstlerische Grundlagen
Credits 6
Fachordnung Wahlpflichtfach
Veranstaltungssprache deutsch
Lehrender N.N.
Lehrangebot 1 – Grundlagen des Plastischen Gestaltens
Fachbeschreibung
»Plastisches Gestalten anhand von Elementarkörpern« ist als autonomes Fach auf der Ebene des Grundlagenstudiums im Fachbereich Design zu werten: In diesem Sinne ist es zu verstehen als Übergang und Vorbereitung auf dem Weg zu reiner Realitätsgestaltung, als Modell zukünftiger zu schaffender Wirklichkeit.
Statt rezeptiver Wahrnehmungstätigkeit steht imaginative Phantasietätigkeit im Vordergrund. Das Augenmerk richtet sich auf die Umsetzung von Vorstellungen, Ideen und Konzepten ins gestalterische Handeln. Im Hinblick auf die spätere Praxis des Designers liegt das Schwergewicht darauf, freie Gestaltfähigkeit in der Begrenzung zu entwickeln. Die Begrenzung liegt in der Vorgabe des Ausgangs für die Gestaltung; in der Form von Elementarkörpern. Diese fungieren als Konstrukt von Wirklichkeitsformen und sind als Basis für jede weiterführende, drei-dimensionale Gestaltung anzusehen.
Es geht inhaltlich um die Ästhetik im Formalen, um die Qualität von Form zu Gestalt. Vor allem aber geht es darum, praktisch innovative Objektvorlagen zu erarbeiten unter Berücksichtigung der Interdependenz von Form – Material – Arbeitsprozess.
Lernziel
Die Studierenden sollten in die Lage gebracht werden:
- „abstrakte" Elementarkörper als reale Gegenstände zu betrachten
- die eigenständige Ästhetik von Form und Material zu unterscheiden und deren psychologische Wirkungsweise zu beschreiben
- bildnerische Bedingungen – unterschiedliche Aspekte der Gestaltung – formale Ordnungssysteme zu analysieren, seiner Intention anzupassen und in einem ästhetischen Zusammenhang herzustellen
- gestalterische Verfahrensweisen zu erproben
- die Bedeutung der Interdependenz von Form – Material – Technik für die Ästhetik im gestaltenden Handeln zu berücksichtigen
- einfache Ausgangsvorlagen phantasievoll zu innovativer Gestalt zu formen
- Gestaltetes sprachlich zu objektivieren
- bildnerische Realisationsverfahren auf unbekannte Objekte zu transferieren.
Lehrinhalte
- Aufgabenstellung (Einführung)
- Problemdiskussion
- Der Intention entsprechende Wahl von Material und Verfahrenstechnik
- Innovative praktische Arbeit (Anwendung)
- Individuelle Problemlösung
- Präsentation (Schlussfolgerung)
- Dokumentation der Arbeiten
Methode
In der Lehrform gehen Frontal-, offener Gruppen- und differenzierender Individualunterricht ineinander über. Die Lehrmethode verbindet Aufgabenstellung mit Diskussion und interaktiver praktischer Arbeit. Inhaltliches und praktisches Vorhaben wird im Gruppenverband erörtert. Anschließend erfolgt die selbstbestimmte praktische Einzelarbeit im Gruppenverband, bei der Interaktion zwischen den Studierenden möglich und erwünscht ist (Lernen mittels Handeln). Auf das unter-schiedliche Leistungsniveau der Studierenden geht der Lehrende durch individuelle Betreuung ein und kann so bei Bedarf zu Korrektur oder erweiternden Gestaltungsmöglichkeiten (Materialfragen etc.) im diskursiven Gespräch raten. Das Kursresultat wird zum Abschluss des Kurses in Form einer »Präsentation« vorgestellt und Teilnehmern anderer Kurse zugänglich gemacht.
Evaluation
Argumentative sprachliche Formulierung verlangt den Studierenden ab, ihr Gestaltungsprinzip zu erklären, den Arbeitsvorgang zu beschreiben und das »Ästhetische Resultat« in der Kombination »seiner« bildnerischen Bedingungen zu bewerten, sowie eventuelle Alternativen anzubieten. Die Arbeiten sind von den Studierenden zu dokumentieren. Die genannten Punkte werden unter Vorrang des praktischen Arbeitsergebnisses bei der Beurteilung berücksichtigt.
Lehrangebot 2 – Plastisches Naturstudium
Fachbeschreibung
»Naturstudium« ist als autonomes Fach auf der Ebene des Grundlagenstudiums im Fachbereich Design zu werten: Ohne Anknüpfung an funktionale Aufgabenstellungen dient es der freien geistigen Entwicklung zu gestalterischer Fähigkeit. Den theoretischen Hintergrund bestimmen Überlegungen dazu, dass Gestaltfähigkeit u.a. auf folgenden Voraussetzungen basiert:
- exakte, Umwelt bezogene Wahrnehmung im weiteren (gesellschaftlichen) und im engeren (Ding bezogenen) Sinne
- Kenntnis über die jeweiligen Zusammenhänge, die zur Erscheinung des Wahrgenommenen führen
- die Fähigkeit zur Interpretation der Wahrnehmungszeichen in ihrer subjektiven wie objektiven Bedeutung (Qualität)
- die Fähigkeit, daraus resultierende Erkenntnis in Handeln (gestaltendes Tun) umzusetzen
Das Bewusstsein für derartige Zusammenhänge wird an exemplarischen, schlichten Beispielen im Naturstudium geschult, um daraus gewonnene Einsichten im weiteren Studienverlauf (intuitiv oder bewusst) gleichsam curricular, jede Spezialisierung übergreifend, anwenden zu können.
Lernziel
Die Studierenden sollen in die Lage gebracht werden:
- einfache Naturformen (»Gegenstände«) in ihrer Komplexität wahrzunehmen und zu beschreiben
- zu differenzieren zwischen sinnlich-subjektiver Anmutung und faktisch-objektiver Qualität eines Wahrnehmungsgegenstandes
- die Eigenwelt der Naturform bezüglich ihrer Struktur zu erfassen
- Struktur als Grundprinzip des Aufbaus in der Natur(form) zu erkennen
- im Nachbilden einer Naturform (imitativ oder reduktiv) »Form und Funktionalität« dieses Grundprinzips als Zusammenhang praktisch zu erfahren und gedanklich zu analysieren
- formendes Gestalten als einen ganzheitlichen Vorgang – als Verbindung sinnlich/emotionaler Erfahrung mit rationaler Durchdringung – zu erleben und zu begreifen
- seine subjektive Erfahrung sprachlich zu objektivieren und
- seine gewonnenen Kenntnisse auf bislang nicht behandelte Objekte zu übertragen
Lehrinhalte
- Aufgabenstellung (Einführung)
- Problemdiskussion
- Sinnlicher Umgang mit dem Naturobjekt
- Sprachliche Annäherung durch exakte begriffliche und präzise Beschreibung
- Einführung in die Arbeitstechnik
- Praktische Gestaltungsübung (Anwendung)
- Individuelle Problemlösung
- Präsentation
- Dokumentation der Arbeiten
Methode
In der Lehrform gehen Frontal-, offener Gruppen- und differenzierender Individualunterricht ineinander über. Die Lehrmethode verbindet Aufgabenstellung mit Diskussion und interaktiver praktischer Arbeit. Inhaltliches und praktisches Vorhaben wird im Gruppenverband erörtert. Anschließend erfolgt die selbstbestimmte praktische Einzelarbeit im Gruppenverband, bei der Interaktion zwischen den Studierenden möglich und erwünscht ist (Lernen mittels Handeln). Auf das unter-schiedliche Leistungsniveau der Studierenden geht der Lehrende durch individuelle Betreuung ein und kann so bei Bedarf zu Korrektur oder erweiternden Gestaltungsmöglichkeiten (Materialfragen etc.) im diskursiven Gespräch raten. Das Kursresultat wird zum Abschluss des Kurses in Form einer »Präsentation« vorgestellt und Teilnehmern anderer Kurse zugänglich gemacht.
Evaluation
Argumentative sprachliche Formulierung verlangt den Studierenden ab, zu ihren Ergebnissen ihre Absicht darzulegen, ihr Arbeitsprinzip zu erklären und den Arbeitsvorgang zu beschreiben, eine Begründung für ihre Entscheidung und Ausführung sowie Alternativen darzulegen. Die Arbeiten werden von den Studierenden dokumentiert. Die genannten Punkte werden unter Vorrang des praktischen Arbeitsergebnisses bei der Beurteilung berücksichtigt.
1.021 Grundlagen der handwerklichen Darstellung
Studienabschnitt 1. St.ab.
Modul 1.0 Gestaltungsgrundlagen
Fächergruppe 1.02 Darstellung und Technik
Credits 6
Fachordnung Wahlpflichtfach
Veranstaltungssprache deutsch
Lehrende Frank Gottsmann, Angela Müller, Hans-Jürgen Willuhn, Lehrbeauftragte
Lehrangebot 1 – Aktzeichnen
Fachbeschreibung
Das Fach dient der Vermittlung der Grundlagen des figürlichen Zeichnens durch die Arbeit vor dem weiblichen und männlichen Modell. Schwerpunkt sind die Körper-Raum-Beziehungen der menschlichen Figur. Figürliches Zeichnen soll als sinnlich wahrnehmbarer Vorgang begriffen, das körperlich räumliche Denken und Sehen sollen geschult und die zeichnerischen Mittel erprobt werden. Es soll durch eigene Anschauung und intensive zeichnerische Auseinandersetzung ein erstes grundlegendes Form-Vokabular erarbeitet werden, das die Studierenden befähigt, mit dem Phänomen der menschlichen Figur kreativ zeichnerisch umzugehen.
Lernziel
Die Studierenden sollen in der Lage sein,
- zeichnerisch die Proportionen und Volumina der menschlichen Figur zu erfassen
- das Bauprinzip des menschlichen Körpers zu erkennen
- wesentliche Körperformen und ihre räumliche Erscheinung zu erfassen und
- unterschiedliche zeichnerische Mittel und deren gestalterische Eigenarten zu erproben
Lehrinhalte
Im Verlauf von Untersuchungen am menschlichen Skelett und am Aktmodell werden durch vergleichende Anschauung die Proportionen der menschlichen Figur erarbeitet, als Ergebnis entsteht eine Proportionsfigur, mit deren Hilfe weitere Übungen zum Themenkreis Proportion ausgeführt werden.
- Positiv-Negativ-Figur
- frei geschnittene Proportionsfigur
- Übungen mit Kohle, Bleistift, Tusche
- Zeichnen einer Proportionsfigur aus der Vorstellung
- Statik der menschlichen Figur – zeichnerisches Erfassen einer aufrecht stehenden Figur (Körperschwerpunkt)
- Schwerpunktverschiebung bei der Standbein-Spielbein Stellung
- Zeichnerische Übungen zum Erfassen der Volumina des Brustkorb-, Beckenbereiches, räumliches Sehen
- Übungen zum Erfassen der Hauptmassen der Figur mittels Hell/Dunkel
- Räumlich konstruktive Darstellung der menschlichen Figur in Ruhehaltung, im Stehen, Sitzen, Liegen
Methode
Die Lehrveranstaltung findet einmal wöchentlich mit einem Volumen von 6 Unterrichtsstunden statt. Schwerpunkt ist die praktische Übung. Sie ist in mehrere Abschnitte gegliedert, zu denen es jeweils eine kurze Einführung gibt, aus welcher sich konkrete Arbeitsaufgaben ableiten. Diese werden von den Studierenden selbständig durch Zeichnen vor dem Modell bearbeitet. Während des Zeichnens gibt es unmittelbare Korrekturgespräche mit jedem einzelnen Studierenden. Darüber findet ein reger Austausch über die Arbeitsergebnisse der Studierenden untereinander statt. Ergebnisse werden gemeinsam besprochen, wobei die Studierenden lernen sollen, ihre Erfahrungen aus den praktischen Übungen auch verbal auszudrücken.
Evaluation
Die Arbeitsergebnisse werden am Semesterende in Form einer Mappenvorlage präsentiert und gemeinsam besprochen. Die abschließende Bewertung ist Ergebnis der einzelnen Korrekturgespräche.
Lehrangebot 2 – Technisches Zeichnen
Fachbeschreibung
Der Kurs führt ein in das konstruktive Abbilden räumlicher Objekte mit dem Mittel der Zeichnung.
Anhand systematisch aufbauender Übungen vermittelt er Einsicht in Gesetzmäßigkeiten der räumlichen Wahrnehmung und ihrer Entsprechung in der Projektion. Es werden verschiedenartige Darstellungstypen erläutert und erprobt, um deren spezifische Ausdrucksmöglichkeiten kennen zu lernen. Einfache Projektionsverfahren werden aus der Anschauung hergeleitet und anhand von überschaubaren Objekten trainiert. Dazu werden unterschiedliche Materialien und Techniken genutzt.
Lernziel
Die Studierenden sollen einen Einblick erlangen in die unterschiedlichen Möglichkeiten und Ausdrucksmittel des konstruktiven Zeichnens. Sie sollen die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten des Abbildens verinnerlichen und so befähigt werden, einfache Objekte sowohl Freihand nach der Anschauung als auch mittels der Projektion zeichnerisch darzustellen. Die gewonnenen Erfahrungen sollen ihnen helfen, Entscheidungen für die weitere Beschäftigung mit dem Problem zu treffen. Besonderes Anliegen des Kurses ist es, das Zeichnen als eine Leistung der Wahrnehmung begreifbar zu machen.
Lehrinhalte
Themen:
- Grundlagen des Abbildens
- Raumillusion in der Fläche
- Merkmale perspektivischer Bilder
- Möglichkeiten und Grenzen mathematischer Bildungsgesetze
Verfahren:
- Tafelparallele Bilder
- Axonometrien
- Rasterperspektive
Praktische Übungen:
- Freihandskizzen
- Freihand zeichnen nach Anschauung, linaer, flächig, Projektion mit Reißzeug
- Mehrtafelprojektion
- Axonometrien
- Rasterperspektive
- Geometrische Grundkörper
- Niederkomplexe Produkte, Innenraum
- Material: Bleistift, Kohle, Pinsel, Collage
Methode
Der Kurs erstreckt sich über ein Semester mit 6 Wochenstunden.
Jede Lehrveranstaltung beinhaltet:
- die theoretische Einführung durch eine Vorlesung bzw. die Aufgabenerläuterung
- die Bearbeitung der Übung(en)
- Diskussion der Ergebnisse
Mit der Übungsfolge wird der Erkenntnisweg von der Wahrnehmung über die Abstraktion zur Reproduktion nachvollzogen. Mit den theoretischen Exkursen wird an Erfahrungen aus den Übungen angeknüpft. Abwechslung in der Technik und den Objekten soll jeweils frische Impulse geben und die Bandbreite zeichnerischer Möglichkeiten zeigen. Gleichzeitig hilft sie den Studierenden, in der zunächst verwirrenden Vielzahl der Möglichkeiten die stets wiederkehrenden Prinzipien zu entdecken und so eine bessere Übersicht zu erlangen.
Evaluation
Die Bewertung ergibt sich aus der Qualität der Arbeiten zu jedem Übungskomplex unter Berücksichtigung der Intensität der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Problem sowie dem Fortschritt in der Bearbeitungsqualität im Laufe des Semesters. Die Semesterarbeit wird in der Gruppe präsentiert und diskutiert.
Lehrangebot 3 – Kalligrafie
Fachbeschreibung
Das Kursangebot ist auf die Vermittlung schriftgestalterischer Elementarkenntnisse und -fertigkeiten orientiert.
Im Vordergrund stehen die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit kalligrafischen bzw. typografischen Grundfragen, experimentelle Werkzeug- und Materialerfahrungen sowie die projektbezogene Anwendung geschriebener Schrift.
Lernziel
Die Studierenden werden mit der Spezifik kalligrafischer Schriftgestaltung elementar vertraut gemacht. Dabei geht es in erster Linie um erste praktische Material- und Werkzeugerfahrungen sowie deren Einfluss auf die Kultur der Schreibformen. Die hier gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung projektbezogener kalligrafischer Schriftbilder (Schriftzug, kalligrafische Textgestaltung, Buchbezugspapier).
Bei entsprechendem Interesse und spürbarer Eignung besteht alternativ die Möglichkeit Schwerpunkt orientierter Beschäftigung mit formalen Schriften wie z.B. Antiqua, Renaissance-Kursiv, Fraktur. Vorbereitend für das Aufbauseminar »Schriftentwicklung« werden experimentelle Übertragungen kalligrafisch entstandener Schriftformen in elektronische Medien befördert und ästhetisch bewertet.
Lehrinhalte
- Material- und Werkzeugkunde (Schreibwerkzeuge, Schreibflüssigkeiten, Beschreibstoffe)
- Fachliteraturempfehlungen
- Kalligrafische Gestaltungsprinzipien und ästhetische Maßstäbe
- Schreibübungen: »Rhythmische Zeichen ohne Bedeutungsinhalt« zur Förderung der Formphantasie und werkzeuggerechter Formentscheidung
- Suche nach einer eigenen, individuell geprägten Formensprache
- Umsetzung gefundener Schriftbilder in einen gebrauchsgrafischen Kontext (ornamental, illustrativ)
- Versuche rechnergestützter Kalligrafieinterpretation
- Lehrangebot: Formale Schriften
- Präsentationstechniken (u.a. einfache buchbinderische Grundkenntnisse)
Methode
Die Lehrveranstaltung erstreckt sich über 1 Semester und beinhaltet ca. 3 definierte Aufgabenstellungen, welche bei Bedarf modifiziert werden. Die Studenten arbeiten während der Kurszeiten an den Aufgaben und nutzen die Konsultationsmöglichkeit zur Diskussion und Korrektur der Teilergebnisse. Am Semesterende werden die Studienergebnisse in Form einer Präsentation vorgestellt.
Evaluation
Die Abschlussbewertung erfolgt nach einem zu Beginn des Semesters erläuterten Punktesystem, das die unterschiedlichen Teilarbeiten differenziert bewertet und benotet.
1.022 Grundlagen der digitalen Darstellung
- Portrait Prof. Danijela Djokic
- Portrait Katja Gustke
- Module Übersicht
Studienabschnitt 1. St.ab.
Modul 1.0 Gestaltungsgrundlagen
Fächergruppe 1.02 Darstellung und Technik
Credits 6
Fachordnung Wahlpflichtfach
Veranstaltungssprache deutsch
Lehrende Prof. Danijela Djokic, Katja Gustke
Lehrangebot 1
Fachbeschreibung
Die Beschäftigung mit der Visualisierung komplexer Inhalte, Prozesse, Funktionen oder ästhetischer Strukturen setzt ein fundiertes Grundlagenwissen der Elemente grafischen Gestaltens voraus. Ausgehend von der kleinsten Einheit, dem Punkt, bis hin zu komplexen Strukturen, werden gestalterische Mittel, ohne die Beeinflussung eines Inhaltes, kennengelernt. Erweiternd wird die Dimension Zeit hinzugenommen um dynamische Prozesse zu generieren.
Lernziel
Die Studierenden sollen in der Lage sein, einfache gestalterische Grundlagen zu beherrschen und diese als einfache Computer-Animation darzustellen.
Lehrinhalte
Die Veranstaltung wird mit den Grafikprogrammen Illustrator oder Freehand, Photoshop oder Flash am Mac durchgeführt. Mit Beispielen und Übungen werden folgende Grundlagen erklärt und erarbeitet:
- Punkt
- Linie
- Fläche
- Lineamente
- Permutation
- Transformation
- Animation
Methode
Die Lehrveranstaltung findet wöchentlich statt. Der Unterricht schließt mit einer Aufgabe ab. Der Studierende hat während der betreuten Zeit die Gelegenheit, durch Lösen der Aufgabe sein Verständnis für den Unterrichtsstoff zu festigen und zu vertiefen. Die Studierenden müssen eine digitale Dokumentation ihrer Arbeiten erstellen.
Evaluation
Die Beurteilung wird aufgrund der Arbeitsergebnisse des Studierenden am Ende der Veranstaltungsreihe getroffen. Dabei muss der Studierende seine Ergebnisse präsentieren und dazu Stellung zu nehmen.
Lehrangebot 2
Fachbeschreibung
Das Fach ist als Einführung in das Erstellen, Gestalten und Visualisieren von Produktentwürfen am Computer unter Verwendung eines 3D-Computerprogramms gedacht. Dabei werden die grundlegenden Werkzeuge eines solchen Programms gezeigt und ihre Verwendung an Hand von Beispielen und Übungen vermittelt. Ferner werden die Vor- und Nachteile dieser Technologie für den Designer, ihre derzeitigen Möglichkeiten und ihre künftigen eventuellen Einsatzgebiete erörtert.
Lernziel
Die Studierenden sollen in der Lage sein, einfache virtuelle Gegenstände zu erstellen. Die erlernten Werkzeuge sollen für die virtuelle Umsetzung eines eigenen Entwurfes selbständig eingesetzt werden. Ferner soll der Studierende in der Lage sein, von Fall zu Fall abschätzen zu können, ob und in wie weit diese Technologie für einen Entwurf von Vorteil ist.
Lehrinhalte
Die Veranstaltung wird mit dem 3D-CAD Programm Solid Works an PCs durchgeführt. Mit Beispielen und Übungen werden folgende Programmbereiche und -funktionen erklärt:
- Generelle Programm-Benuzteroberfläche
- Navigieren im virtuellen 3D-Bearbeitungsraum des Programms
- Erstellen von einfacher Geometrie in der Teile-Umgebung
- Einführung in das 2D-Skizzieren und Erlernen der Skizzierwerkzeuge
- Skizzensteuerung mit Bemaßungen
- Erstellung einfacher Extrusionen, Rotationskörper und Anlegen von Mustern
- Einführung in unterschiedliche Konstruktionsstrategien (Top-Down, Bottom-Up)
- Einführung in die Baugruppen-Umgebung
- Erstellen von Baugruppen
- Arbeiten mit definierten Abhängigkeiten
- Einführung in die Zeichnungs-Umgebung
- Ableiten von Technischen Zeichnungen
- Erarbeiten einer Strategie für den eigenen Entwurf
- Umsetzung des eigenen Entwurfes mit den erlernten Werkzeugen
Methode
Die Lehrveranstaltung findet wöchentlich am Rechner statt. Ungefähr neunzig Minuten Unterricht schließen mit einer Aufgabe ab. Der Studierende hat während der restlichen betreuten Zeit die Gelegenheit, durch Lösen der Aufgabe sein Verständnis für den Unterrichtsstoff zu festigen und zu vertiefen. Die Studierenden werden ermutigt, in kleinen Gruppen (höchstens drei Personen) zu arbeiten, da damit der Lernerfolg erheblich steigert.
Evaluation
Die Beurteilung wird aufgrund der Arbeitsergebnisse des Studierenden am Ende der Veranstaltungsreihe getroffen. Dabei hat der Studierende die Möglichkeit, seine Ergebnisse kurz zu präsentieren und dazu Stellung zu nehmen. Bedingung für eine Beurteilung ist die Einreichung der Daten auf einem Datenträger.
1.023 Fachtechnische Grundlagen
Studienabschnitt 1. St.ab.
Modul 1.0 Gestaltungsgrundlagen
Fächergruppe 1.02 Darstellung und Technik
Credits 6
Fachordnung Wahlpflichtfach
Veranstaltungssprache deutsch
Lehrende Prof. Klaus Keller, Prof. Boris Müller, Lehrbeauftragte
Informationen folgen in Kürze