100 beste Plakate 2009 Ausstellungsdesign

Die Gestaltungskonzepte zum Wettbewerb »100 beste Plakate 08« entstanden im Rahmen eines interdisziplinären Studentenprojekts im Fachbereich Design der Fachhochschule Potsdam. Unter der Leitung von Nauka Kirschner und Prof. Hermann Weizenegger entwickelten die Studierenden der Fachgebiete Kommunikationsdesign und Produktdesign sieben Konzepte, die am 27. November 2008 im Kulturforum präsentiert wurden.

Plakate sind Bestandteile unserer Umwelt. Sie reflektieren in hohem Maße die ideellen und materiellen Werte unserer Zeit. Stark beeinflusst durch aktuelle Themen, aber auch durch Kunst und Kultur, verändern sie den Ausstellungsraum »Stadt«. Sie bestücken ein urbanes Museum, dessen Bilder man nicht nur ansehen kann, sondern ansehen muss. Die visuelle Vielfalt steigerte sich in den letzten drei Jahrzehnten bis hin zur Unübersichtlichkeit. Diese gewaltige Informationsflut zu filtern, ist ein natürlicher Reflex des Betrachters. Doch selbst diese Filter-Mechanismen werden genutzt, um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die jeweilige Botschaft zu lenken. Denn jeder Betrachter hat eine »Schwachstelle«, die durch gekonntes Einsetzen formaler und/oder inhaltlicher Mittel berührt werden kann.
Doch auf den Straßen sind nicht nur werbende Botschaften zu finden. Auch kulturelle und soziale Anliegen werden thematisiert. Gerade im Hinblick auf die Plakate, die die Menschen dazu aufrufen, soziale Verantwortung zu übernehmen oder innerlich Stellung zu beziehen, stellt sich die Frage: was benötigt ein Plakat, um den unbedarften Betrachter zum Nachdenken anzuregen? Mit anderen Worten: Was zeichnet ein gutes Plakat aus?

Wir, die Studierenden des Fachbereichs Design der FH Potsdam, wollen mit dem Ausstellungsprojekt »100 Beste Plakate 08« die Menschen aufrütteln, die tagein und tagaus der urbanen Bilder-  und Informationsflut ausgesetzt sind. Im Vordergrund sollen vor allem die Sensibilisierung für das Plakat als Kulturgut stehen, sowie die kritische Auseinandersetzung mit derzeitigen Gestaltungskonventionen.

Am Tag der Vernissage befreien wir die Plakate aus ihrem gewöhnlichen Umfeld und tragen die prämierten Arbeiten der »100 Besten Plakate 08« auf die Straße und von dort ins Museum. Diese »Plakatparade« soll die Augen der Betrachter auf die ungewöhnliche und eigensinnige Art, auf den Wert und die Vielseitigkeit der Plakate des Jahres 2008 lenken. Herausgerissen aus ihrem normalen Kontext sollen sie die Menschen auf das Besondere und Individuelle einer Plakatbotschaft aufmerksam machen.

Mit einer stilisierten Formsprache greift die Ausstellungsgestaltung das Erscheinungsbild einer Demonstration auf. Die Plakate werden dem Betrachter auf den für Demos typischen »Lollipops« präsentiert und in der Rauminstallation wird der lebendige Charakter wiedergegeben. In kleinen Gruppen stehen die Plakate zusammen, sie folgen jedoch keinem festen Raster sondern sollen auch mal den ›Weg verstellen‹ und können dynamisch platziert werden. Ein modulares System bestehend aus »Lollipop« und Bodenfuß ermöglicht einen einfachen Aufbau und Transport und passt sich flexibel an die verschiedenen Ausstellungsorte an.


Autoren
Ulla Egelhof
Kinga Lipowicz

Ausstellungskonzept
Ulla Egelhof
Benedikt Gnadt
Nora Kihm

Ausstellungsgestaltung und Umsetzung
Ulla Egelhof
Juliane Kottulla
Nico Kaeding
Nora Kihm
René Wach
Anja Fischer
Torsten Hueren
Frank Michels
Golo Schmeh
Ferdinand Hansen
Johannes Schrot
Benedikt Gnadt
Sebastian Callens
Marius Farweg

Fotografien
Ausstellung: Constance Vogt

Betreuung
Prof. Hermann Weizenegger
Nauka Kirschner

Zeitraum
Sommersemester 2009

Ansprechpartner
Prof. Hermann Weizenegger

 

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