

Fachgebiete Produktdesign
Die Fachgebiete des Studiengangs Produktdesign orientieren sich an den charakteristischen Forschungs- und Anwendungsbereichen der Disziplin. Innerhalb der einzelnen Lehrfelder befindet sich ein breites, flexibel eingerichtetes Kursangebot aus fachspezifischen Seminaren, praxisorientierten Workshops und interdisziplinären Projekten.
Aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung bieten sich zudem die Fächer der Studiengänge Kommunikationsdesign und Interfacedesign sowie die Grundlagen- und Theoriefächer an.
Produktdesign
Das Fach ist als Vertiefungsfach im Rahmen der Ausbildung des Produktdesigners gedacht. Die Studierenden sollen anhand einer komplexen Aufgabenstellung verschiedene Aspekte gestalterischer Entwicklung kennen lernen und trainieren. Hierzu zählen unterschiedliche Verfahren der Problemanalyse, Problemsynthese sowie unterschiedliche Methoden der Systematisierung von Entwurfsentwicklungen, das Erfassen und Beschreiben von Zielgruppen auf der Grundlage sozialwissenschaftlicher Erhebungen (Milieuforschung), daraus folgernd die Beschreibung so genannter Geschmacksdimensionen als Grundlage für die Recherche, die Beschreibung von so genannten Stilwelten, die als formalästhetische Bezugsrahmen der gestalterischen Interpretation dienen.
In dem Entwurfsprojekt soll u.a. eine »Phänomenologie der Dinge, die uns ständig begleiten« entwickelt werden. Es wird nach den Qualitäten dieser besonderen Gegenstände sowie nach Gründen einer Bestückung des Körpers gefragt. Als wesentlicher, die Gestaltentwicklung begleitender Aspekt steht die Sensibilisierung und das Training der kommunikativen Medien (sprachlich, textuell, bildlich) der im Rahmen der Arbeitskommunikation notwendigen Vermittlung der Entwurfsleistungen.
Lehrender: Prof. Jörg Hundertpfund
Produkt- und Umweltdesign
Das Fach bietet die intensive Vertiefung in die Gestaltung von dreidimensionalen Erzeugnissen unter besonderer Berücksichtigung gesellschaftlich relevanter Problemstellungen. Hierzu zählen unter anderem Projekte aus den Bereichen Ökologie, Ergonomie und Arbeitswelt, Public Design und Universal Design. Die Studierenden sollen befähigt werden, Problemstellungen zu recherchieren, zu analysieren und ihre Entwurfsarbeit auf den erkannten Defiziten aufzubauen.
Es wird ein Thema vorgegeben, das ein Problemfeld aus den o.g. Umweltbereichen skizziert. Dieses Thema kann durch die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern vor einem realen Hintergrund formuliert oder durch Forschungsschwerpunkte der FHP definiert werden.
Einen breiten Raum nimmt die umfassende gestalterische Auseinandersetzung mit der Themenstellung ein. Diese umfasst neben der konzeptionellen Tätigkeit und der Entwurfsdetaillierung auch die Darstellung in zwei- und dreidimensionaler Form, gegebenenfalls auch multimedial, sowie die Dokumentation der Arbeitsergebnisse.
Lehrender: Prof. Walter Hardt
Industrial Design
Dieses Fach bietet die intensive Vertiefung in das Design von Produktsystemen unter besonderer Berücksichtigung der Produktsemantik. Ein größeres oder zwei kleinere Designprojekte führen zur Sicherheit im Umgang mit Analyse, Strukturierung, Problemlösungsmethoden und wirkungsvollen Präsentationsstrategien. Schwerpunkt ist die kritische Erarbeitung eines individuellen Ansatzes zur Formsprache.
Die weit gehend selbständige Arbeit steht in diesem Projekt im Vordergrund. Wie in der Designpraxis sollen die einzelnen Arbeitsschritte jeweils dem Auftraggeber präsentiert und dieser damit in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Prozesse sind nachvollziehbar darzustellen, Lösungen überzeugend zu begründen. Dazu gehört die perfekte Beherrschung des Handwerkzeugs: Zeichnungen, Fotografie, Multimedia, Computerdarstellungen und natürlich Modellbau. Als Ergebnis bewertet wird eine Lösung des gegebenen Problems in Form eines Modells und einer Dokumentation.
Lehrender: Prof. Hermann Weizenegger
Raum- und Ausstellungsdesign
Das Fach ist als Verbindung von Kommunikations- mit Produktdesign angelegt. Die zu bearbeitenden Projekte sollen die Studierenden in die Lage versetzen, fachübergreifend gestalterisch zu arbeiten. Darüber hinaus sind Anteile aus Designtheorie und Designmanagement integriert, die die Studierenden zur selbständigen Realisierung eines Ausstellungsprojektes befähigen sollen. Die Aufgaben umfassen daher Konzeption, Entwurf und schwerpunktmäßig die Realisierungsplanung.
Die Studierenden sollen in der Lage sein, Konzeption, Entwurf und Realisierungsplanung für die Gestaltung einer Ausstellung zu formulieren, darzustellen, und herstellungstechnisch sowie logistisch aufzubereiten. Hierzu müssen sie sich in kürzester Zeit in den oft komplexen theoretischen Inhalten zurechtfinden können und dafür eine adäquate Formensprache entwickeln. Über die Anforderungen des 2D-3D-Gestaltens hinaus sollen sie in die Lage versetzt werden, Planungsunterlagen zu erstellen, die den Anforderungen eines zu realisierenden Projektes Rechnung tragen.
Lehrender: Prof. Detlef Saalfeld
Produktdesign mit digitalen Medien
Die neuen Medien selbst stehen längst für eine autarke, oft nichtdingliche Gruppe von Produkten: grafische Benutzeroberflächen, Websites, digitale Präsentationsformen. Simulation und Visualisierung von Prozessen als Grundlage für Entscheidungen werden weiter zunehmen. Das »klassische« Produktdesign ist mit einer wachsenden Zahl von Erzeugnissen konfrontiert, bei denen Menüführung und grafische Benutzeroberfläche zum wesentlichen Funktionsmerkmal werden. Außerdem haben sich die neuen Medien als eigenständiges, künstlerisch-ästhetisches Mittel etabliert – im Theater als virtuelle Bühnenräume, im Museum als Installationskunst oder im Web. Die digitalen Medien werden also selbst zum Gegenstand gestalterischer Arbeit.
Natürlich müssen Studierende die neuen Technologien kennen lernen, um souverän mit ihnen umgehen zu können – jedoch die Weitergabe von Wissen allein wird für die Entwicklung einer intellektuellen und sozialen Kompetenz nicht genügen. Bildung, die Fertigkeiten anstatt Fähigkeiten fördert, kapituliert langfristig vor einer gesellschaftlichen Realität, die mehr denn je Flexibilität im Erkennen und Lösen von Problemen erzwingt. Gerade im Bereich der digitalen Medien und Technologien wird Kompetenz gefragt sein, sich einer scheinbar zwangsläufigen Entwicklung zu entziehen und ihr konstruktiv wie auch destruktiv begegnen zu können. Studierende müssen also dazu angehalten werden, den Diskurs, die Auseinandersetzung als Weg der Bewältigung von Konflikten und Problemen zu begreifen und nicht hergebrachten Wissensstandards zu vertrauen.
Lehrender: Prof. Nils Krüger