Potsdamer Verlage

Potsdamer Verlage ist ein Buch über die Geschichte des Potsdamer Verlagsgeschehens.
In Kooperation mit dem Märkischen Verlag Wilhelmshorst entstand die Buchgestaltung im Hauptstudium »Typografische Gestaltung« unter der Leitung von Prof. Betina Müller im Sommersemester 2003.

Dabei entstanden zweiundzwanzig – in Format, Typografie und Layout sehr unterschiedliche – Entwürfe. Sie wurden mit realem Text- und Bildmaterial gesetzt und umbrochen und als Musterbände ausgearbeitet. Zur Realisierung ausgewählt wurde der Entwurf von Constanze Vogt, weil er historische Zitate modern interpretiert und so eine Verbindung von Tradition und zeitgenössischer Buchgestaltung schafft.

Der Verleger Gustav Kiepenheuer, der seine produktivste Zeit in Potsdam verlebte, formulierte einmal: »Im Verleger verkörpert sich das Gesicht seiner Zeit«. Dies trifft auch auf die Potsdamer Verlage in drei Jahrhunderten zu – passiv, weil sie von den Bedingungen und Anschauungen ihrer Zeit geprägt wurden, aktiv, weil sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die wissenschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Potsdams Einfluss nahmen.

Bücher über Potsdam sind seit dem 18. Jahrhundert ein Hauptgegenstand der hiesigen Verleger. Am Beginn standen »Das Itz blühende Potsdam«, mit poetischer Feder entworfen von Bellaminies (Georg Belitz aus Niemegk), 1727 von dem Königlich privilegierten Buchhändler J. A. Rüdiger herausgebracht, und das von dem Verleger Horvath selbst verfasste »Potsdams Merkwürdigkeiten beschrieben und durch Plans und Prospekte erläutert« (1798) mit Stichen von A.‑L. Krüger als Supplement. Auch Verleger des 19. Jahrhunderts bemühten sich um das Potsdambild: wie zum Beispiel Otto Janke (Horvath’sche Buchhandlung) mit den »Lithographien von Xaver Sandmann« und Belanis Geschichte und Beschreibung der Fontainenanlagen in Sanssouci (1843) oder Ferdinand Riegel mit dem Album von Schloss Babelsberg, erstmals mit Farblithographien nach Aquarellen von Carl Graeb, sowie der Verlag von J. Rentel in Firma E. Rolles Buchhandlung mit Sagen und Märchen aus Potsdam’s Vorzeit, gesammelt von Karl v. Reinhard (1837).

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts lag der Schwerpunkt verlegerischer Tätigkeit in Potsdam bei Bildung und Wissenschaft. Aber auch die schöne Literatur fand zwischen den beiden Weltkriegen repräsentative Heimstätten. Der Wichtigste war sicher der Gustav Kiepenheuer Verlag, der 1919 von Weimar nach Potsdam übersiedelte und dort bis 1928 blieb. Zu seinen weltbekannten Autoren gehörten u. a. Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, André Gide, Hermann Hesse, Franz Kafka, Heinrich Mann, Josef Roth, Carl Sternheim, Ernst Toller, Arnold Zweig.

 

Semesterprojekt »Typografische Gestaltung« im Hauptstudium Kommunikationsdesign
Lehrende Prof. Betina Müller
Zeitraum Sommersemester 2003

 

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